Positive Bewertung
Die zweifellos beste Folge der drei Fragezeichen – und das, obwohl, oder vielleicht sogar weil, Nacht in Angst so wenig von dem inne hat, was die Serie typischerweise ausmacht. André Marx hat eine Folge geschaffen, die sich durch ihr Pacing und Setting völlig den gewohnten Strukturen entzieht. Die Folge zieht die Hörenden in Echtzeit in eine thrillerähnliche Atmosphäre hinein, die bis zum Ende nicht nachlassen will. Das Setup mit Justus im Fahrstuhl, Peter auf der Flucht und Bob in den Händen der Verbrecher überschlägt sich erbarmungslos immer und immer wieder. Die gesamte Folge ist ein umsichtig konstruiertes Netz, das in immersiven Situationen gipfelt wie dem Gespräch zwischen Alpha und Bob, bei dem Justus über die Gegensprechanlage zuhören kann. Selbst zum Ende hin, wo DDF-Folgen immer gerne aus dem Ruder laufen, kann die Folge ihre absurde Qualität noch einigermaßen halten. Es ist für mich manchmal schwer zu fassen, wie die Wohlfühlserie um drei Detektive, die sich mit Computerviren, Spukerscheinungen und selbstaufwärmendem Dosenfutter herumschlagen, etwas hervorbringen konnte wie Nacht in Angst. Das Storytelling ist so herausragend gut, dass es im Kontext vieler anderer Folgen fast als unpassend erscheint. Die drei Fragezeichen-Reihe war nie besser und wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr werden. Nacht in Angst ist ihr unangefochtenes Meisterstück.
